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Lernen anders erleben

🇩🇪🇫🇷 Zwei Schulen. Zwei Regionen. Eine Zukunft. - Deux écoles. Deux régions. Un avenir commun.

Unsere Zukunft kennt keine Grenzen - Notre avenir n’a pas de frontières.



Was passiert, wenn eine Klimaschule aus Sachsen auf ein engagiertes Lycée aus den Pyrenäen trifft? Genau das wollten wir herausfinden.

Gemeinsam mit meiner Kollegin Constance Tornow aus dem Fachbereich Französisch bin ich als Erasmuskoordinatorin des Ehrenberg-Gymnasiums Delitzsch derzeit zu Gast am Lycée Jean Dupuy in Tarbes. Unser Ziel: Wir wollen nicht einfach nur einen Schüleraustausch organisieren. Wir wollen eine Partnerschaft entwickeln, die junge Menschen aus Deutschland und Frankreich zusammenbringt und sie gemeinsam an den Fragen unserer Zukunft arbeiten lässt.

Und die Ideen sprudeln.

Climate School meets Lycée E3D

Die Verbindung unserer beiden Schulen passt erstaunlich gut: Das Ehrenberg-Gymnasium ist Klimaschule, das Lycée Jean Dupuy engagiert sich als Lycée E3D für nachhaltige Entwicklung. Unsere gemeinsame Leitfrage lautet deshalb: Wie können wir als junge Europäerinnen und Europäer unsere Zukunft nachhaltig gestalten? Nachhaltigkeit soll dabei nicht nur Thema auf dem Papier sein, sondern erlebt, untersucht, diskutiert und praktisch umgesetzt werden.

Zwei Regionen – zwei Perspektiven

Gerade unsere unterschiedlichen Regionen machen den Austausch so spannend. Hier in Tarbes liegen die Pyrenäen direkt vor der Haustür. Wasser, Biodiversität, Bergwelt, Tourismus und die Folgen des Klimawandels sind unmittelbar erfahrbar. In Delitzsch und der Region Mitteldeutschland begegnen uns Themen wie Energie, Braunkohle, Strukturwandel und die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft. Zwei unterschiedliche Landschaften – und doch dieselben Fragen: Wie verändert sich unsere Heimat? Was können wir tun? Und wie können wir voneinander lernen?

Lernen, wo Zukunft entsteht

Besonders spannend ist das technische Profil des Lycée Jean Dupuy.

In gemeinsamen Workshops könnten die Jugendlichen beispielsweise die „nachhaltige Schule der Zukunft“ entwickeln: Wie können wir Energie sparen? Welche Rolle spielen erneuerbare Energien? Wie kann Mobilität nachhaltiger werden? Welche technischen Lösungen brauchen wir?

Unter dem Motto „Jobs of the Future“ könnten sie außerdem die Arbeitswelt von morgen erkunden: Welche Berufe entstehen durch die ökologische Transformation? Welche Kompetenzen brauchen junge Menschen? Und was können wir voneinander lernen?

So verbindet der geplante Austausch Klimaschutz, Technik, Berufsorientierung und Europa.

Raus aus dem Klassenzimmer!

Natürlich soll ein Austausch auch gemeinsame Erlebnisse bieten.

Ein Besuch des Pic du Midi könnte Wissenschaft und Natur miteinander verbinden: Astronomie, Klima, Wasser und die einzigartige Bergwelt der Pyrenäen werden zum gemeinsamen Lernort. Auch Tarbes selbst wird zur Forschungsstation. Bei einer deutsch-französischen Stadtrallye könnten die Jugendlichen ihre beiden Städte vergleichen, Menschen interviewen und herausfinden: Was macht eine Stadt nachhaltig und lebenswert?

🇪🇺 Unsere Idee: eine „COP Delitzsch–Tarbes“

Deutsche Klimaschülerinnen und -schüler treffen auf französische Éco-délégués. In gemischten Teams diskutieren sie über Klimaschutz, vertreten unterschiedliche Interessen, verhandeln und suchen gemeinsam nach Lösungen. Am Ende könnte eine gemeinsame „Klimadeklaration Delitzsch–Tarbes“

stehen – mit konkreten Ideen für beide Schulen. So wird aus einem Schüleraustausch ein gemeinsames europäisches Zukunftsprojekt.

Warum wir diesen Austausch wollen

Für mich als Erasmuskoordinatorin ist genau das der Kern europäischer Begegnungen: Es geht nicht nur darum, eine andere Sprache zu sprechen oder eine andere Stadt kennenzulernen. Es geht darum, Menschen zu begegnen, Unterschiede zu entdecken, Gemeinsamkeiten zu erleben und gemeinsam über die Zukunft nachzudenken. Wir möchten unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, Europa nicht nur aus dem Schulbuch kennenzulernen, sondern Europa selbst zu erleben – mit französischen Partnern, gemeinsamen Ideen und echten Begegnungen.

Noch ist der Austausch in Planung.

Aber während wir hier in Tarbes sitzen, Ideen sammeln, diskutieren und gemeinsam überlegen, was möglich sein könnte, wird bereits deutlich: Das könnte etwas Besonderes werden.

Zwei Schulen. Zwei Regionen. Eine gemeinsame Zukunft. - Deux écoles. Deux régions. Un avenir commun.

Unsere Zukunft kennt keine Grenzen. Notre avenir n’a pas de frontières.



Birgit Kapitza

Erasmus Koordinatorin