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Profilfahrt Chemnitz 2026
3. Tag künstlerisches Profil



Tag 1: Montag, 01.06.2026 - Anreise



Am Morgen trafen wir uns um 9:30 Uhr am Unteren Bahnhof in Delitzsch. Die Stimmung war gut, alle waren pünktlich da und gegen 10 Uhr ging es dann endlich mit dem Zug nach Leipzig. Bis dahin lief noch alles nach Plan. In Leipzig stiegen wir in den nächsten Zug um, der uns nach Chemnitz bringen sollte.

Zumindest war das der Plan. Nach einiger Zeit mussten wir jedoch in Geithain einen ungeplanten Halt einlegen, da auf der Strecke eine Sperrung bestand. Also verbrachten wir dort ungefähr eine Stunde und konnten die beeindruckende Atmosphäre eines Bahnhofes mithilfe der entspannten Yogaübungen von Herrn Schnelle genießen.

Als es endlich weitergehen sollte, stiegen wir wieder in den Zug ein. Allerdings warteten wir dort erneut etwa eine Stunde. Langsam wurde uns klar, dass Geduld wohl die wichtigste Fähigkeit dieser Profilfahrt werden würde.

Schließlich ging es doch noch weiter. Mit einer Kontrollfahrt und gefühlter Schrittgeschwindigkeit fuhren wir Richtung Chemnitz. Zwar nicht besonders schnell, aber immerhin in die richtige Richtung.

Nach unserer Ankunft in der Jugendherberge bezogen wir unsere Zimmer und richteten uns ein. Danach hatten wir noch etwas Freizeit, die natürlich sofort genutzt wurde. Um 17 Uhr fand eine Teambesprechung statt, bei der die wichtigsten Informationen für den kommenden Tag besprochen wurden.

Anschließend gab es um 18 Uhr Abendbrot. Nach der langen und etwas abenteuerlichen Anreise hatten sich alle das Essen definitiv verdient.

Auch wenn die Zugfahrt nicht ganz so verlief, wie geplant, sind wir schließlich gut angekommen. Und wer weiß, vielleicht wird genau diese Anreise am Ende die Geschichte sein, an die sich alle am längsten erinnern.



Text: Joan K., Melanie W.





Tag 2: Dienstag, 02.06.2026 - Gunzenhauser Museum



Heute begann unser Tag 7:30 Uhr. Während einige erstaunlich wach wirkten, sah man anderen deutlich an, dass die Nacht etwas zu kurz gewesen war. Trotzdem sind alle pünktlich um 8:00 Uhr zum Frühstück erschienen.

Bis 10:45 Uhr hatten wir Zeit, uns fertig zu machen. Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Gunzenhauser Kunstmuseum. Dort konnten wir uns bis 11:45 Uhr verschiedene Ausstellungen ansehen. Die Begeisterung hielt sich dabei allerdings bei vielen in Grenzen. Einige Kunstwerke wurden von uns scherzhaft als „von Fünftklässlern gemalt“ bezeichnet.

Nachdem wir uns etwas umgeschaut hatten, trafen wir Herrn Wiewiorra, der uns eine Zeichenaufgabe zum Thema Expressionismus und Impressionismus gegeben hat. Dabei sollten wir selbst kreativ werden. Manche entdeckten dabei ihre künstlerische Begabung und manch andere verzweifelten an ihrer fehlenden Kreativität.

Ab 13:00 Uhr begann die Freizeit. Diese wurde unterschiedlich genutzt, Einige gingen essen, andere erledigten Aufgaben. Wir nutzten die Zeit, um die Karl-Marx Statue und das Opernhaus zu besuchen.

Um 16:00 Uhr kamen wir alle wieder in der Jugendherberge zu einer Teambesprechung zusammen. Dort wurde über den weiteren Tagesablauf und die anstehenden Aufgaben gesprochen.

Um 18:00 Uhr gab es dann Abendbrot. Danach konnte man sich entscheiden, welchen Film man schauen wollte. Um 19:10 Uhr lief "Michael Jackson" und um 9:30 Uhr "The Mandalorian and Grogu".

Die Filme kamen bei allen gut an. Vor allem über "Michael Jackson" wurde danach noch viel gesprochen und geschwärmt. Einige waren so begeistert, das man meinen konnte, sie hätten den Film direkt noch einmal schauen wollen.

Damit war unser zweiter Tag mit vielen neuen Eindrücken auch schon vorbei.



Text: Joan K., Melanie W.

Fotos: Martha B., Ida W., Ella G.

Klangpostkarte "Chemnitz bewegt sich" von Hannah und Lydia (Kopfhörer auf)

Tag 3: Mittwoch, 03.06.2026 - Kunst zwischen Krieg und Utopie

Nach einem stärkenden Frühstück startete unser kPro9 in den dritten Tag der Chemnitzfahrt.

Auf der heutigen To-Do-Liste standen drei große Punkte: Freizeit, ein Museumsbesuch mit

einem Kreativworkshop und das eigenständige Arbeiten an unseren Wochenprojekten.

Nach den Cornflakes und Frühstücksei hatten erstmal alle den Vormittag für sich. Dieser wurde für die Vollendung der Stadt Rallye, zum Sammeln von Material, oder einfach nur zum Chillen in der Stadt genutzt.

Die einzige Bedingung war: Treffen um 13:45 Uhr am Theaterplatz vor dem Museum.

Nach einer kurzen Einführung von Herrn Wiewiorra in unsere heutige Museumsaufgabe ging es mit Stiften und Zeichenpapier ausgestattet zur Erkundung der aktuellen Ausstellungen. Wir trafen auf Bilder vieler berühmter Künstler wie Casper David Friedrich, Clara von Sivers oder Käthe Kollwitz. Sie zeigten uns die Tiefen und Emotionen, die hinter Kunstwerken stecken können.

Besonders Käthe Kollwitz blieb uns in Erinnerung. Ihre Bilder drücken die Grausamkeit von Kriegen und deren schwerwiegende Folgen aus. Die Werke zeigen trauernde, hungernde und vom Leben verlassene Menschen. Nachdem ihr Sohn Peter 1914 im Ersten Weltkrieg fiel, begann sie ihre berühmtesten Werke aus der Trauer heraus zu zeichnen. Sie schaffte es damit, als eine von wenigen Frauen, sich in der damalig stark männerdominierten Gesellschaft als Künstlerin und Verteidigerin der Demokratie durchzusetzen.

Mit diesen Eindrücken neigte sich ein weiterer von Kultur geprägter Tag dem Ende zu.



Text: Selma L. und Marla B.

Fotos: Martha B., Ida W., Ella G.

Klangpostkarte "Chemnitz bewegt sich" von Manasse, Amelie und Fynn (Kopfhörer auf)

Tag 4: Donnerstag, 04.06.2026 - das Musical "Cabaret"



Dürfen Männer Strapse tragen? Dies war am heutigen Abend eine Frage, die uns schnell beantwortet werden sollte.

Aber zurück zum Anfang.

Wie jeder andere Tag begann auch dieser mit einem morgendlichen Frühstück. Darauf folgte eine zweistündige Arbeitszeit, Freizeit und Zeit für ein selbständiges Mittagessen bis 15:00 Uhr. Um 18:00 Uhr trafen wir uns schließlich, wie gestern, wieder am Theaterplatz. Von unserem Treffpunkt aus führten uns die Lehrer schließlich zum Hintereingang des Opernhauses. Dort empfing uns Fr. Vieth, die Theaterpädagogin. Diese leitete auch den Workshop rund um das Musical „Cabaret“. Sie gab uns allgemeine Infos zu dem Stück, einige Skriptstellen, ein paar Lieder und wir machten eine kleine Vorstellungsrunde der Hauptfiguren. In dieser lagen neun Kärtchen mit den Namen der Figuren auf dem Boden. Wir sollten uns zu der Figur stellen, die uns am meisten interessierte und schließlich sagen, was diese ausmacht. Während des Workshops hatten wir das Glück, David Sitka, der Clifford Bradshaw spielt, kennenzulernen und ihm zahlreiche Fragen stellen zu können.

Nach Ende des Workshops hatten wir etwas Zeitdruck, uns fertig zu machen und zu Abend zu essen. Dennoch schafften wir es rechtzeitig, wieder im Opernhaus zu sein. Dort fanden wir uns schnell auf unseren Plätzen ein. Ein paar Minuten später ging es dann schließlich los. Im ersten Drittel musste die Show kurz wegen technischer Probleme unterbrochen werden. Diese konnten zum Glück schnell behoben werden. Im Musikal „Cabaret“ ging es hauptsächlich um Sally und Clifford, die sich im Kit Kat Klub kennenlernten und sich verliebten. Die Geschichte spielt während der NS-Zeit, weshalb sie sich kurz vor Ende des Stückes schließlich trennen, da Cliff wegen der politischen Lage nach Amerika zurück möchte und Sally mit ihrer naiven Art die Situation gar nicht richtig einordnen kann.

Die Frage des Anfangs: „Dürfen Männer Strapse tragen?“ wurde uns während des Stückes ganz klar mit „Ja“ beantwortet.



Mit all den Eindrücken, die wir während des Musicals gesammelt haben, ging es schließlich wieder zurück in die Jugendherberge, in der sich alle schnell bettfertig machten und begannen, ihre Koffer zu packen.



Text: Selma L. und Marla B.